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Current Stop: Rome

Nach Vened­­ig ging es für meine Schwester Natalie und mich in die Hauptstadt Italiens; damit von einer romantischen Stadt, geprägt von gemütlichem Charme, in die laute Großstadt Rom. Zwei Tage hatten wir Zeit, die wichtigsten und für uns interessantesten Orte und Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Dabei muss man auf jeden Fall selektieren, denn Rom hat wirklich einiges zu bieten.

 

09_Rome

Tag 1:
Mit der Bahn reisten wir von Venedig nach Rom und fuhren als erstes in unser Airbnb – eine gemütliche Zwei-Zimmer-Wohnung nur für uns. Unser Host war sehr freundlich und super bemüht, viel anzubieten und keinen Wunsch offen zu lassen. Dazu gehörte dann auch Kaffee und Espresso for free und Angebote für ausgiebige Frühstücke, um mit viel Energie unsere Entdeckertouren zu starten.

Allzu viel Zeit hatten wir ja nicht, um alle Einzelheiten der Stadt zu entdecken. Daher haben wir beschlossen, direkt am ersten Tag die wichtigsten „Must-Sees“ abzuklappern, damit wir diese auf jeden Fall nicht verpassen. Also – was fällt einem als Erstes ein, sobald die Rede von Rom ist? Richtig! Auf zum Colosseo, Foro Romano, zur Spanischen Treppe und den weiteren umliegenden Sehenswürdigkeiten im Klassischen Rom.

Eine Sache ist uns schnell bewusst geworden: Rom ist wunderschön und hat eine Menge zu bieten. Wir waren überrascht, wie nah die alten Mauern, Ruinen und Denkmäler an der modernen Stadt liegen und dass mitten im Zentrum auch klassische Gemäuer zu finden sind. Hier trifft alt auf modern, direkt und ungefiltert – so viel steht fest. Die Sehenswürdigkeiten selber haben uns super gefallen und wir hätten uns auch gern länger dort aufgehalten, aber wir haben direkt nach unserer Ankunft eine zweite Sache wahrgenommen: Selbst Ende September ist es brechend voll, man kann kaum einen Schritt hinter den anderen setzen, Fortbewegen ist kaum möglich. Ganz zu schweigen von den vielen Händlern, die Selfiesticks, Wasser oder Armbänder verkaufen wollen. Das bringt mich auch gleich zu der dritten Sache, die Natalie und ich festgestellt haben: Wir sind uns ähnlicher als gedacht (zum Glück!). Denn Rom, die Geschichte der alten Gemäuer und „Ihr müsst unbedingt „XY“ (hier den Namen einer der vielen Sehenswürdigkeiten eintragen) sehen!“ hin oder her – die Menschenmengen, Touristenfallen und Straßenhändler stressten uns nur und waren auch eine schöne Aussicht oder zum Beispiel die Besichtigung des Colosseo nicht wert.

Also kamen wir fix und fertig abends in unserer Wohnung an, haben die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen und recherchierten, welche Geheimtipps und ruhigeren Plätze Rom für den nächsten Tag anzubieten hatte.

Tag 2:
Nach einem großen Frühstück mit Brot, Rührei, Joghurt, Kaktusfeigen, Cornflakes etc. von unserem Host starteten wir gestärkt und voller Tatendrang in den Tag. Bus und Bahn? Kannten wir heute nicht! Zu Fuß entdeckt man die Stadt eh viel besser, sieht neue Gegenden und kann auch spontan nochmal einen Abstecher in abgelegene Gebiete machen.

Als erstes sind wir zum Flohmarkt Via Sannio/San Giovanni gegangen. Unfassbar wie viele Kleidungsstücke, Taschen und Tücher hier einen neuen Besitzer finden sollen. Und entgegen der Aussage aus unseren Recherchen – „die meisten Touristen würden hier eh nichts kaufen, es sei aber einen Besuch wert“ – konnte Natalie einen Schnapper schlagen und fährt mit einer neuen Jeansjacke als Erinnerung aus Rom nach Hause 😊

Danach nahmen wir uns vor allem das Südliche und Nördliche Centro Storcio vor. Märkte, Brunnen, Parks und kleine Cafés – heute alles ganz entspannt und in ruhigeren Gegenden. Als wir kurz am Pantheon vorbeikamen und wieder die Menschenmengen gesehen haben, haben wir auch wieder gemerkt, dass unsere Entscheidung richtig war. Touristenattraktionen? Ohne uns; dafür lieber die kleinen Geheimtipps und charmanten Ecken und Straßen Roms erkunden.

Dabei haben wir auch durch das Schlüsselloch am Aventine Hill einen Stopp gemacht und haben durchgeschaut. Gilt als Geheimtipp, mittlerweile kennen es aber viele. Als wir dort ankamen, war es aber überraschend leer auf dem Platz und vor der Tür. Wer mal in Rom ist, sollte auf jeden Fall mal einen Blick erhaschen. Was man dann sieht? Schaut lieber selber nach! 😊

Unseren Besuch in Rom haben wir abends damit abgeschlossen, gemeinsam zu kochen. Wenn man nach einem Monat eine richtige Küche und frisch eingekauft hat, ist etwas leckeres Selbstgekochtes wirklich eine Wohltat (und auch die an dem Tag 25 gelaufenen Kilometer haben ihren Beitrag dazu getan)!

Fazit:
Nach Venedig war es ein kleiner „Kulturschock“ aus der ruhigen Stadt, durchströmt von Flüssen und ohne Autos in die Großstadt zu kommen. Vielleicht waren wir auch gerade deshalb so überfordert mit Menschenmassen, den überfüllten Straßen mit chaotischen Verhältnissen und den Sehenswürdigkeiten, die von Touristen nur so überlaufen wurden – was an jeder Ecke ausgenutzt wurde.

Die alten Gemäuer und Ruinen mit der super interessanten Geschichte sind auf jeden Fall eine Reise wert. Um alles ganz in Ruhe und ohne Stress sehen zu können, braucht man aber natürlich mehr als zwei Tage. Das war uns auch vorher bewusst und wir haben diesen Städtetrip eher als kurzen Einblick in die Atmosphäre Roms gesehen, um dann entscheiden zu können, ob man noch einmal wiederkommt.
Ich persönlich würde zum jetzigen Zeitpunkt eher andere Städte vorziehen. Das liegt aber ganz allein an meiner subjektiven Meinung und Empfindung, dass mir kleinere Städte mit einer romantischen und kompakten Altstadt und dafür weniger Tourismus besser gefallen, als Großstädte (bisher ist Budapest da die einzige Ausnahme). Viele sind aber auch sehr in Rom verliebt und meine Schwester würde definitiv auch noch einmal wiederkommen wollen.

Rom war meine neunte Stadt auf meiner Reise (zuzüglich zwei Tagesausflüge zum Plitvice Lake National Park und nach Piran). Vielleicht sind es gerade auch einfach zu viele Eindrücke und verschiedene Erfahrungen auf einmal, die ich erst verarbeiten muss, bevor Platz für eine so große Stadt mit all den kleinen Einzelheiten wie Rom ist. Eine Stadt bleibt mir aber auch noch, bis ich in zwei Tagen die Heimreise antrete, daher heißt es jetzt:

Next Stop: Florence

 

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