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Current Stop: Split

Kroatien Part II: Nachdem ich schon die Landeshauptstadt und den Plitvice Lake National Park gesehen habe, ging es nun wieder nach Kroatien. Dieses Mal ganz in den Süden für Sonne, Strand und Meer!

Da ich eigentlich geplant hatte, von Zagreb direkt nach Split zu fahren und nicht den Umweg über Ljubljana zu machen, hat sich mein Aufenthalt etwas verkürzt und die Stunden im Zug verlängert (was keines Falls ein Nachteil sein muss). Und so hatte ich ziemlich genau zwei Tage Zeit, um Split als dritten Solo-Stopp auf meiner Reise zu erkunden.

Die Zugfahrt war lang, die Aussicht dafür aber atemberaubend. In meinem Abteil habe ich einen anderen Reisenden aus der Schweiz getroffen, mit dem ich die sieben Stunden Fahrt über Gott und die Welt geredet habe. Dabei konnten wir das Hinterland Kroatiens bewundern und haben wieder einmal einen Vorteil der Zugreisen festgestellt: Es erlaubt einem, wunderschöne Landstriche zu sehen, die man aus dem Flugzeug nie entdeckt hätte. Ein Campingtrip mit dem Auto durch Kroatien landete dabei für uns beide auf der Bucket List. Mit netter Begleitung, guten Gesprächen und einer schönen Aussicht ging die Zeit sehr schnell um. Trotzdem bin ich abends nachdem ich fünfzehn Stunden unterwegs war, nur noch ins Bett meines Airbnbs gefallen.

Unterkunft:
Apropos Airbnb: Ich habe mich auf der Reise mit vielen Leuten unterhalten, die erzählt haben, dass sie bei ihren Unterkünften öfter zwischen Hostels und Airbnbs wechseln. So hat man auch mal Ruhe für sich und kann sich bei einer längeren Reise mal entspannt ausbreiten. Daher habe ich mich dazu entschlossen, in Split auf ein Hostel und andere Menschen um mich herum zu verzichten und habe ein Airbnb gebucht – mit sehr viel Glück! Eigentlich habe ich nur einen Privatraum in einer Wohnung gebucht. Da in der Low Season aber kein anderes Zimmer des Apartments besetzt war, hatte ich es komplett für mich allein. Jackpot! 😊

Mein Host war auch super nett, die Wohnung mit allen wichtigen Utensilien ausgestattet und ich konnte dort sogar meine Wäsche waschen. Es lag zwar ein bisschen weiter außerhalb vom Stadtzentrum, was mir allerdings nichts ausmachte. Wer also mal in Split sein sollte, nach einem günstigen Airbnb sucht und nichts gegen kleine Spaziergänge hat, sollte mal bei Marija vorbeischauen.

Stadt:
Meinen ganzen Aufenthalt habe ich eigentlich damit verbracht, so viel von Split zu sehen, wie nur irgendwie möglich war. Das, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte (Ruhe, Strand, Entspannung), habe ich doch gegen viele Spaziergänge und Entdeckungstouren ausgetauscht. Irgendwie schaffe ich es wohl nicht still zu sitzen 😀

Dafür habe ich gesehen, was Split zu bieten hat – und das ist eine Menge! Denn die Halbinsel ist mehr als nur ihr Ruf, geprägt von ausgelassenem Nachtleben und Entspannung am Strand am Tag. Es gibt eine wunderschöne Altstadt mit engen Gassen, die wie ein Labyrinth immer neue Wege aufzeigen, ein Stadtzentrum direkt am Hafen und Parks mit Museen, Brunnen und Flohmärkten.

Dazu treffen verschiedenste Welten aufeinander: In der Gegend meines Airbnbs war es etwas verwahrloster mit herumstreunenden Katzen, unebenen Straßen und heruntergekommenen Mauern. Im Stadtzentrum gab es aber auch hochmoderne Gebäude, gepflegte Straßen, Möglichkeiten zum Shopping und dazu extra angelegte Palmen und Designerbrunnen. Ganz im Norden Splits befindet sich dann aber auch noch das Industriegebiet mit riesigen Einkaufszentren, dem Stadion und Schnellstraßen.

Natürlich hat Split auch landschaftlich einiges zu bieten. Was für viele erstmal auf der Hand liegt: Die vielen Badestrände, an denen man wunderbar entspannen kann. Im Westen befindet sich aber auch der riesige Marjan Forest Park, der zum Wandern einlädt. Man kann ihn aber auch einfach mit einem Shuttle Bus befahren und von oben die Aussicht über die komplette Halbinsel genießen.

Mit dem Schweizer aus dem Zug habe ich die Insel auch einmal mit dem Roller erkundet – große Empfehlung! 😊

Tourismus/Nachtleben:
Was direkt ins Auge fällt, wenn man in Split ankommt: Es ist alles sehr touristisch! Nicht nur, dass man das Gefühl hat, dass jedes Gebäude ein Hostel, Hotel oder Airbnb ist und dass in Split kaum Einheimische wohnen – es wird auch an jeder Ecke eine neue Attraktion oder Tourismusangebot angeboten. Seien es Tagesausflüge, Stände mit Souvenirs oder Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung. Die Stadt zieht Touristen magisch an und die Wirtschaft hält sich verständlicherweise daran fest. Wenn man sich aber aus dem Stadtzentrum und vor allem vom Bahnhof entfernt, kann man auch ruhigere Ecken finden und dem ganzen Trubel aus dem Weg gehen. Mein Host hat mir zum Beispiel zum Baden die Strände im Südosten empfohlen, da es da ruhiger ist – kann ich bestätigen! 😊

Auch das Nachtleben ist auf die zahlreichen Touristen ausgelegt. Eine Bar reiht sich an die nächste, die Clubs versuchen sich gegenseitig mit ihrer Musik zu übertönen und an jeder Ecke wird ein Pub Crawl angeboten. Die Stadt schläft nicht und wer aber genau das im Stadtzentrum tun möchte, braucht definitiv Ohropax und sollte gute Jalousien anbringen.

Fazit:
Mein Aufenthalt in Split war ganz anders als der eines klassischen Reisenden dort. Ich habe nachts keine Party gemacht, lag tagsüber kaum am Strand und bin den Touristenattraktionen aus dem Weg gegangen. Daher könnte ein Fazit auch ganz anders ausfallen.

Insgesamt bin ich sehr begeistert von der Stadt. Ich konnte viel Sonne tanken, habe unterschiedlichste Gegenden entdeckt und konnte mir daher ein gutes Gesamtbild der Halbinsel machen. Dabei wollte ich die zwei Tage vor allem Zeit für mich haben und den Menschenmengen aus dem Weg gehen (was durch das Airbnb auch sehr gut möglich war). Dennoch möchte ich gern nochmal wiederkommen und die andere Seite der Stadt besser kennen lernen. Dieses Mal habe ich mir also mehr oder weniger einen Überblick verschafft, um nächstes Mal schnell zu wissen, was ich wann und wo machen kann. Dazu gehören dann auf jeden Fall Ausflüge auf die nahegelegenen Inseln, Strandtage und Pub Crawls – ich wette, dann gefällt mir Split noch besser.

Jetzt mache ich aber erst einmal einen 24-Stunden-Zug-Marathon! Und dann freu ich mich darauf, meine Schwester zu treffen und mit ihr die letzte Woche meines Europatrips in Italien zu verbringen.

Next Stop: Venice

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