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Current Stop: Ljubljana

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Ich habe ja schon in meinem letzten Beitrag davon erzählt, dass ich mich in Zagreb nicht besonders wohl gefühlt habe und deswegen spontan meine Pläne geändert habe. Anstatt vier Tage in Zagreb zu verbringen, habe ich den Plitvice Lake National Park besucht und ein Flixbusticket nach Ljubljana gebucht. Warum? Ich habe ich Budapest drei ganz wunderbare Menschen kennen gelernt, die anschließend nach Slowenien aufgebrochen sind – quasi ein Katzensprung von Zagreb. Also: Nichts wie hin!

Menschen
Als erstes möchte ich deswegen auch ein paar Worte zu meinen drei neuen Freunden verlieren: Myan, Ghada und Ahmed aus Ägypten (Ich verlinke euch mal die Instagram-Profile); drei Medizinstudenten, die insgesamt drei Wochen nach Berlin, Prag, Budapest und durch Slowenien gereist sind und heute wieder in ihre Heimat zurückfliegen. Ich habe selten so schnell und so viele freundliche, offene und absolut wunderbare Menschen kennen gelernt, wie in den letzten drei Wochen. Außer ein paar ganz wenigen Ausnahmen konnte ich mit absolut jedem direkt reden, hab großartige Gespräche geführt und es werden andauernd Komplimente gemacht. Allein schon für die Begegnungen mit den ganzen anderen Reisenden hat sich mein Europatrip schon gelohnt.

Wer es mir aber besonders angetan hat, sind eben Myan, Ghada und Ahmed – absolut herzlich, offen und wunderschöne Menschen (innerlich und äußerlich! 😀 ) Nicht bei jedem hätte ich meine Sieben Sachen gepackt und wäre aufgebrochen, um mich ihnen anzuschließen. Und es war die absolut richtige Entscheidung! Sie haben mich direkt als Teil der Gruppe aufgenommen und es war selbstverständlich, dass ich für Entscheidungen mitverantwortlich bin und sie fast nur noch Englisch gesprochen haben. Also ihr drei: Danke! Die Freundschaft wird eines der schönsten Dinge und diese zwei Tage die schönsten Erinnerungen sein, die ich aus der Reise mitnehme!

Abgesehen davon, waren auch die Einheimischen in Slowenien durchweg zuvorkommend und hilfsbereit. Wenn man jemanden nach dem Weg oder dem süßesten Weißwein im Regal fragt, kommt nicht nur ein Schulterzucken oder eine einsilbige Antwort. Jeder hat sich Zeit genommen und stand wie selbstverständlich mit uns zehn Minuten vorm Regal, um den allerbesten Wein zu finden oder hat extra auf Slowenisch mit dem Taxiunternehmen telefoniert, damit wir als Touristen statt 15 Euro nur 4 Euro zahlen mussten. Und selbst der Veranstalter eines Pub Crawls hat uns nicht dazu überredet, teilzunehmen und eine Gebühr zu zahlen, sondern hat uns einfach Tipps für die besten Bars gegeben.
Diese Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit habe ich übrigens nicht nur in Slowenien festgestellt – bisher habe ich in jedem Land nur super sympathische Einheimische getroffen, die sich gefreut haben, mir ihre Stadt zu zeigen oder Empfehlungen zu geben.

Unterkunft
Diese Hilfsbereitschaft zieht sich auch bis zur Unterkunft durch. Da Myan, Ghada und Ahmed schon länger ihre Nächte im All Seasons Hostel gebucht haben, habe ich natürlich auch versucht dort unterzukommen. Vor allem, da das Hostel ein wenig außerhalb vom Stadtzentrum lag, waren auch keine anderen Unterkünfte in der Nähe, die als gute Alternative in Frage gekommen wären. Aber leider hat mich die erste Googlesuche direkt enttäuscht zurückgelassen – ausgebucht!
So schnell gebe ich aber nicht auf und habe dem Hostel auf Facebook geschrieben und mit ein wenig Charme und sehr viel Verzweiflung nach einem Bett gefragt – mit Erfolg! 😊 Das Hostel würde gerade in der Low Season renoviert werden, weshalb die Besitzer es von allen Booking-Seiten entfernt hätten. Es seien aber genug Betten frei.

Kleine Randnotiz und Tipp an dieser Stelle: Facebook ist mittlerweile in sehr vielen Unternehmen als absolut normaler Kommunikationskanal angekommen und man kann super easy und schneller Antworten bekommen als über irgendwelche Kontaktformulare. Nutze ich fast nur noch.

Das Hostel war auch einfach wundervoll und super süß! Da es, wie gesagt, nicht im Zentrum lag, hatte man das Gefühl, sie versuchen es mit anderen Angeboten auszugleichen: freies Frühstücksbuffet, Fahrräder, die man sich kostenlos leihen konnte, die Möglichkeit zum Wäsche waschen, Sauberkeit und Mitarbeiter, die immer freundlich und hilfsbereit waren und uns sogar einmal kostenlos in die Stadt gefahren haben – Hundertprozentige Weiterempfehlung, wenn jemand mal in Ljubljana sein sollte!

Stadt
Ich war am ersten Tag schon morgens in Ljubljana, während die anderen drei erst abends nach ihrem Ausflug nach Bled ankamen. Daher habe ich mir ein Fahrrad geliehen und bin damit durch Ljubljana gefahren. Der erste Eindruck der Stadt war bezaubernd und genau nach meinem Geschmack. Viele verwinkelte Gassen, eine entzückende Altstadt, süße Cafés, die Ljubljanica, die sich durch die Stadt zieht und die Burg von Ljubljana, die über allem thront. Wer eine ruhige und liebenswürdige Stadt am Tag mit einem bunten und lebhaften Nachtleben sucht, ist hier genau richtig!

Piran
Am zweiten Tag sind wir nach Piran gefahren. Morgens hatte ich starke Rückenschmerzen und war noch am überlegen, ob ich mir nicht doch lieber einen Tag Ruhe gönne und in Ljubljana bleibe. Zum Glück habe ich mich anders entschieden! Wobei es noch einmal spannend wurde, als wir zehn Minuten vor Abfahrt des Busses (für den wir auch noch kein Ticket hatten und der dafür bekannt ist, schnell ausverkauft zu sein) in unser Taxi am Hostel stiegen und den Taxifahrer durch die Stadt scheuchten. Mit viel Glück und sehr wenig Verstand haben wir es aber geschafft und fuhren die 2 ½ Stunden raus nach Piran – und allein die Aussicht auf das Hinterland Sloweniens während der Fahrt war die Reise schon wert.

Endlich war ich während meines gesamten Trips dann auch mal im Meer schwimmen, es waren 27° Celsius, strahlender Sonnenschein und wir haben einfach die Ruhe der kleinen Hafenstadt am Adriatischen Meer genossen. Perfekter Abschluss für die drei, bevor es nach Ägypten zurückging und für mich eine gern gesehene entspannte Strandpause zwischen den ganzen Stadterkundungen.

Essen
In Piran mussten wir natürlich auch typischerweise Fisch essen und es war köstlich! Im Fritolin Pri Cantini hatte ich einen Fisch Wrap, die anderen drei verschiedene Fischsorten mit Kartoffeln oder Pommes, von denen ich auch probieren durfte. Super lecker! 😊

In Ljubljana waren wir auf Empfehlung von dem Hostelbesitzer im Romeo Café, was in der Altstadt eines der beliebtesten Restaurants sein soll. Ich habe Chili con Carne bestellt und war sehr zufrieden damit. Myan dachte erst noch, es würde mir nicht reichen, da es unter den Suppen aufgeführt war. Dann staunten wir aber nicht schlecht, als ich noch ein langes Baguette dazu gereicht kam. Auch hier wieder: Absolute Empfehlung!

Fazit:
Es war definitiv die richtige Entscheidung, nach Ljubljana zu fahren – und dafür auch doppelt für Hostels zu zahlen (da ich in Zagreb das Zimmer nicht mehr stornieren konnte). Die Menschen, die Städte, das Essen: Alles war perfekt. Vor allem natürlich auch wegen Myan, Ghada und Ahmed. Aus diesem Ausflug habe ich mitgenommen, dass Slowenien generell ein super schönes Land ist, das man im gesamten bereisen sollte. Vor allem aber auch, dass wahre Freundschaften über Ländergrenzen hinweg, während einer Reise und nach kurzer Zeit entstehen können. Als Erinnerung habe ich jetzt immer einen 1-Pfund-Schein der ägyptischen Währung dabei, auf den die drei Nachrichten für mich geschrieben haben.

Kleiner Disclaimer zu Zagreb: Auf dem Weg nach Split hatte ich einen Zwischenstopp von fünf Stunden in Zagreb und ich bin noch ein wenig durch die Stadt gelaufen. Mit einer anderen Stimmung und einem Hochgefühl und Motivation sah es schon wieder ganz anders aus und die paar Orte, die ich dann noch gesehen habe, waren wunderschön. Das unterstreicht eben nur auch noch einmal meine Worte aus dem letzten Beitrag: Zagreb ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Next Stop: Split

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2 Kommentare zu „Current Stop: Ljubljana

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