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Current Stop: Bratislava

Mein erster Solo-Trip während meiner Reise: Bratislava. Ich habe bisher viele Leute getroffen, die auf einer Route unterwegs sind, die meiner sehr ähnlich ist. Jedoch lassen die meisten von ihnen Bratislava aus und ziehen andere Städte vor. Würde ich auch dazu raten? Oder hat Bratislava mehr zu bieten als man denkt?

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Unterkunft
Für drei Nächte bin ich im Patio Hostel untergekommen und bin vollkommen glücklich damit gewesen! Bisher wirklich die beste Unterkunft, die ich hatte und rundum genau das, was ich mir von einem Hostel für Backpacker und junge Leute versprochen hatte. Junges, hilfsbereites und supernettes Personal, saubere Zimmer, eine Küche, Waschmöglichkeiten, ein Garten, ein großer Gemeinschaftsraum und eine eigene Bar: Das Patio Hostel lässt für Kurz- und Langzeitreisende keine Wünsche übrig. Dazu perfekt gelegen und mit gutem Abendangebot in der Bar (zum Beispiel Spieleabende mit Jenga, Picolo oder Twister und dazu Freibier).
Wer in Bratislava auf der Suche nach einem guten und günstigen Hostel ist, sollte dort auf jeden Fall mal vorbeischauen 😊

Menschen
Auf dem Weg nach Bratislava war ich in einem Zwiespalt mit mir selber: Einerseits hatte ich Angst, alle Tage alleine zu verbringen, andererseits hatte ich irgendwie auch Angst, angesprochen zu werden und eben nicht allein zu sein. Aber so oder so konnte ich es eh einfach nur auf mich zukommen lassen. Kleiner Spoiler: Die Menschen, die ich getroffen habe, sind mein absolutes Highlight in Bratislava gewesen!
Nach acht Tagen mit guten Freunden an meiner Seite war ich eigentlich auch mal ganz froh, ein bisschen Zeit für mich zu haben, die nächsten Städte, Zugfahrten und Unterkünfte zu planen und in Ruhe die Stadt zu erkunden. Falsch gedacht! Direkt nachdem ich das Hostel betreten habe, wurde ich angesprochen und war in mein erstes Gespräch vertieft. Und genau das zieht sich eigentlich durch meinen ganzen Aufenthalt. Jedes Mal, wenn ich am Hostel ankam, wurde ich in Gespräche verwickelt, habe neue Menschen und Geschichten kennengelernt oder Tipps zur Erkundung der Stadt ausgetauscht. Spätestens abends in der Bar hat man dann sowieso mit so vielen Leuten gesprochen und sich ausgetauscht, dass man gar nicht mehr hinterherkam, wer jetzt eigentlich woher kam, was der Grund der Reise ist etc.

Alles in allem war es einfach wunderbar! Hätte mir jemand im Zug nach Bratislava gesagt, dass ich so viele tolle Leute kennenlerne (die ich zum Teil in den nächsten Städten wiedertreffe), hätte ich mir definitiv weniger Sorgen über den Aufenthalt gemacht. Und auch das Englischsprechen wurde nach und nach einfacher. 😊
Zu den Menschen aus der Slowakei selber kann ich nur wenig sagen. Diejenigen, die ich aber getroffen habe, waren durchweg sehr hilfsbereit mit Tipps, ihren Erfahrungen und damit, Fotos von mir zu machen. Viele konnten allerdings nicht allzu gut Englisch sprechen, was durch Gestik und Mimik aber gar kein Problem war.

Kleines Highlight: Ich habe im Hostel einen YouTuber aus Japan getroffen und wir haben uns auch über meinen Blog unterhalten. Dabei kam auch mein Beitrag zur Sprache, bei dem ich mich selber dazu herausgefordert habe, fremden Menschen ein Kompliment zu machen (hier). Er hat ein Video mit ähnlichem Inhalt auf seinem Kanal gedreht (hier) und wir haben zusammen einen zweiten Teil in der Altstadt Bratislavas aufgenommen. Dabei habe ich zwar gemerkt, dass ich doch lieber schreibe, als vor der Kamera zu stehen, aber es war wieder schön, fremden Leuten kurz ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Falls er das Video jemals hochladen sollte, sage ich euch hier bescheid. 😊

Stadt
Im Hostel kam ich immer direkt mit Leuten in Kontakt und war so nach der Zeit in Prag und Wien immer noch nicht wirklich für mich. Dadurch nutze ich die Stadterkundung um für mich allein zu sein, in Ruhe Revue passieren zu lassen und einfach mal durchatmen zu können.
Bratislava ist eine sehr kleine Hauptstadt und man kann an einem Tag ohne Probleme alle „wichtigen“ Spots sehen. Ich finde aber, dass sie sehr viel Charme versprüht, vor allem die Altstadt mit den kleinen Gassen, den liebevoll gestalteten Plätzen mit kleinen Springbrunnen, die Kirchen und Statuen und auch die Lage direkt an der Donau: Bratislava ist einen Besuch wert!
Ich konnte bisher feststellen, dass mich vor allem Plätze direkt am Wasser magisch anziehen und ich verwinkelte und enge Gassen inmitten einer ruhigen und harmonischen Altstadt mehr begeistern, als Großstädte mit riesigen Gebäuden und hektischen Menschenmassen. Vor allem, wenn es dunkel wird und man sein Abendessen auf einer Bank direkt an der Donau genießt und auf das Wasser schaut oder in getrübten Licht durch die Altstadt mit vielen kleinen Restaurants und Weinbars spaziert – ein Traum! Daher würde ich persönlich einen Tagestrip nach Bratislava einem nach beispielsweise Wien sogar vorziehen.

Sehenswürdigkeiten
Richtig viele Sehenswürdigkeiten gibt es zwar nicht, dennoch habe ich drei Highlights:

  1. Meine Wanderung zur Burg Devin: An meinem letzten richtigen Tag in Bratislava hatte ich immer noch kaum Zeit für mich. Den Tag vorher war ich zwar kurz alleine in der Stadt gewesen, aber ich kam schon früh für eine kurze Pause ins Hostel und habe ab da den Tag mit anderen Leuten verbracht. Also wollte ich einfach mal ein paar Stunden für mich sein und habe mir überlegt, eine größere Wanderung zu machen. 13 Kilometer entfernt vom Patio Hostel liegt die Burg Devin, direkt an der Grenze zwischen Slowakei und Österreich an der Donau. Ohne groß darüber nachzudenken, habe ich mir Proviant eingesteckt und bin losgelaufen. Mit Podcasts, motivierender Musik und guten Schuhen ging das auch erstaunlich gut und ich würde es definitiv wiedermachen. Am Ende des Tages hatte ich knapp 30 Kilometer auf der Uhr, war erschöpft aber super glücklich und stolz auf mich, eine Erinnerung an die wundervolle Aussicht und war um einige Erkenntnisse über mich selbst reicher.
    Große Empfehlung an alle, die sich fit genug fühlen und gerne laufen. Aber Achtung: Einem muss bewusst sein, dass die Straßen nicht so gut ausgebaut sind wie in Deutschland und gerade an Hauptstraßen gibt es keine befestigten Gehwege für Fußgänger und keine Alternativrouten. Abends habe ich gehört, dass Stadtführer dazu raten, nur mit Bus zur Burg zu fahren, da es an den Straßen viel zu gefährlich ist. Die Erfahrung habe ich zwar nicht gemacht (die Autos fahren meist nicht schnell und man hat links und rechts genug Platz um auf einem Streifen von Gras oder Sand zu laufen), aber ein sicherer Weg sieht auch anders aus.
  2. Auf meinem zweiten Platz kann ich mich nicht entscheiden zwischen der Altstadt und meinem Lieblingsplatz auf einer Bank an der Donau. Beides sind nicht wirklich Sehenswürdigkeiten, aber trotzdem wunderschön und gehören auf diese Liste. Und da ich mich auch nicht zwingend entscheiden muss, kommen beide Spots auf meinen Platz 2. 😊
    Die Altstadt wird durch ihren besonderen Charme mit den verwinkelten Gassen und den vielen kleinen liebevollen Details geprägt. Alleine schon ein Spaziergang durch die Straßen reicht aus, um die Stimmung höher schlagen zu lassen. Mindestens genauso toll war es aber auch, mir meine Mahlzeiten im Daypack mitzunehmen und sie an der Donau zu genießen – mit ganz viel Ruhe oder auch mal mit Podcast, aber immer mit einer wunderschönen Aussicht aufs Wasser (Besonders empfehlenswert und besonders klischeebehaftet beim Sonnenuntergang – ist auch alleine toll!).
  3. Zweite Wanderung, dieses Mal nicht ganz so lang: Natürlich habe auch ich den Klassiker unter den Sehenswürdigkeiten in Bratislava besucht – die Burg Bratislava. Der Weg dorthin war schnell machbar vom Hostel und die Aussicht von ganz oben grandios! Wer die Stadt besucht, muss diese Sehenswürdigkeit auf jeden Fall auch mitnehmen.

Natürlich gibt es auch noch weitere Sehenswürdigkeiten. Bei ihnen lass ich aber eher diese Bilder sprechen:

Fazit:
Bratislava ist eine wunderschöne, aber sehr kleine Hauptstadt. Der Besuch hat sich definitiv gelohnt (allein schon wegen des Hostels und der Leute), aber eine Nacht weniger wäre vielleicht besser gewesen, um den Tag für eine andere Stadt zu nutzen. Für einen Tagestrip aber absolut zu empfehlen, wenn man eh in der Nähe ist!­

Next Stop: Budapest

 

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2 Kommentare zu „Current Stop: Bratislava

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