Allgemein · Gedanken

Was ist in 20 Jahren noch wichtig?

Momentan denke ich sehr viel darüber nach, was mir in ein paar Jahren wirklich noch wichtig ist, woran ich gerne zurück denke und was mir im Nachhinein eher unwichtig erscheint. Mittlerweile grübel ich wohl so viel über dieses Thema nach, dass es auch schon unterbewusst immer präsent ist. Und so vor ein paar Tagen in einem Traum von mir vorkam.

Mir wurden zwei Graphiken auf einer großen Präsentationswand gezeigt. Zwei Graphiken, die am Ende meines Lebens auftauchen und eine kurze Zusammenfassung darstellen. In meinem Traum wurde also eine erste Zwischenpräsentation meines Lebens dargestellt. Auf der linken Seite war eine Abbildung der Dinge zu sehen, die mir momentan durch den Kopf gehen. Dinge, die mir zur Zeit als sehr wichtig erscheinen. Beispielsweise wurde aufgezeigt, wie lange ich für meinen Bachelor gebraucht habe, was für eine Note in der letzten Hausarbeit erreicht wurde oder wie oft ich diese Woche beim Sport war.
Die zweite Graphik auf der rechten Seite beschäftigte sich damit, welche Länder ich schon bereist habe, welche besonderen und unvergesslichen Abende ich schon mit Freunden oder der Familie erlebt habe und wie oft ich glücklich war.

Und ja, das war tatsächlich mein Traum von vor ein paar Nächten, der mir schlagartig am nächsten Tag im Zug wieder in den Sinn kam. Irgendwie hat er mich total begeistert und wieder zum Nachdenken gebracht. Denn dieses Thema beschäftigt mich auch, beziehungsweise vor allem, im wachen Zustand und wurde durch einen kurzen, simplen Traum schön zusammengefasst. Er drückt eigentlich genau das aus, was ich momentan immer öfter realisiere.

Was ist in 20 Jahren noch wichtig?

Dinge, Eigenschaften und Gewohnheiten, die uns jetzt sehr wichtig erscheinen, sind in zwanzig Jahren kaum noch relevant. Interessiert uns dann wirklich noch, ob wir ein halbes Jahr länger studiert haben? Ob wir mal eine Woche den Sport ausfallen lassen haben, weil einfach mal die Motivation fehlte? Ob wir mal an einem Tag total über die Stränge geschlagen sind und uns Pizza, Burger und Pasta gegönnt haben, einfach weil wir Lust hatten? Ich behaupte: Nein.

Ich möchte andere Länder sehen, neue Menschen und Orte kennenlernen, ihre Geschichten erfahren, möchte bei unvergesslichen Abenden mit Freunden dabei sein, spontane Kurztrips in Angriff nehmen, möchte Abenteuer erleben und Erfahrungen sammeln, über meine Grenzen gehen. Ich möchte leben. Ich möchte glücklich sein. Ich möchte lachen.

Und wenn das bedeutet, dass ich ein Jahr länger für mein Studium brauche oder eine Klausur schieben muss, mal Gewohnheiten aufgebe, aus meinem normalen Alltag ausbreche und mich auf etwas ganz Neues einlasse oder ein Risiko eingehen muss, dann ist das okay für mich. Da kann ich mich nur so vielen anderen anschließen: Solange alles in Maßen bleibt und man sein Leben grundsätzlich unter Kontrolle hat, ist es mehr als okay, auch mal etwas anders zu machen. Sich etwas zu trauen. In zwanzig Jahren werde ich mich nicht an meinen normalen Alltag erinnern oder etwas bereuen, was ich getan habe. Ich werde mich an Abenteuer, Länder und Momente erinnern, bei denen ich an meine Grenzen gestoßen bin. Ich werde auf Augenblicke zurückblicken, an denen ich wirklich glücklich war und mal etwas ganz anderes gesehen oder erlebt habe.

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2 Kommentare zu „Was ist in 20 Jahren noch wichtig?

  1. Guten Morgen Kathi, (wenn Du wirklich so heißt 😊)
    Diesen Gedanken, die Du hier beschreibst, hing ich ebenfalls nach, als ich so alt war, wie Du. Jetzt, wo es real ist, also die 20 und mehr Jahre später, blicke ich zurück und finde noch meine Texte von damals, die ähnlich Deinem sind, nur auf Papier geschrieben, da es ein Internet nur rudimentär gab, mit basic als eigener Programmiersprache und Modem. Das aber nur nebenbei.
    Jetzt ist der Zeitpunkt, respektive einer derer, über den ich damals, und Du jetzt, einige Gedanken verfasst hast. Und die Antwort könnte einer Zeitreise gleichen, die in die eine, sowie in die andere Richtung geht. Wenn Du die Möglichkeit hast mit Menschen zu sprechen, die in dem von Dir genannten Zeitraum weiter leben, und ihr Leben jenseits von Konsum und Geltungsdrang gelebt haben, die zur Reflexion fähig sind, kann ich Dir nur empfehlen: nimm Dir Zeit für einen Dialog. Die Antworten würden Dich sicher überraschen, von dem, was Du richtig erkannt, was Du ganz anders siehst und worüber Du noch gar keinen Gedanken verschwendet hast. Manches davon darf Dir verborgen bleiben, anderes würde Antworten bringen und vielleicht Dich im Leben den ein oder anderen Schritt mit einem Selbstbewusstsein sonder gleichen gehen lassen. Eine schöne Restwoche, lg Olaf

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    1. Guten Morgen Olaf,
      Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, den Text zu lesen und mir eine Antwort da zu lassen! ☺️
      Ich finde es richtig spannend, zu lesen, dass Du Dir auch solche Gedanken gemacht hast und jetzt reflektiert zurück schaust.
      Ich bin mal gespannt, wie es mir in 20 Jahren ergeht und möchte gern Deinem Ratschlag folgen.

      Ich wünsche dir noch eine ganz schöne Woche! ☺️
      Kathi

      Gefällt 1 Person

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