Allgemein · Wochenchallenge

5 Smiles a Day

Heute ist der letzte Tag der ersten Wochenchallenge und ich habe sie erfolgreich beendet. Die Aufgabe lautete:

Lächle jeden Tag mindestens fünf fremde Personen an.

Vielleicht denken sich jetzt ein paar, dass das nicht schwer sei und man es jeden Tag mache. Und ja, ich lächle auch oft Leute im Alltag an, aber sich bewusst dieser Aufgabe zu stellen und darauf zu achten, ist doch etwas anderes. Denn ich meine nicht das Anlächeln der Verkäuferin beim Bäcker morgens oder den Handwerker, der die Spülmaschine repariert, aber beide ja doch auch unbekannt sind.
Ich rede vom bewussten Anlächeln fremder Menschen, mit denen man nicht in Interaktion tritt. Es geht um Leute, die einen auf der Straße entgegen kommen, um Personen, die in der Bahn gegenüber sitzen oder beim Wartezimmer neben einem.

Damit wollte ich ein wenig Anonymität aus dem Alltag in einer Großstadt nehmen, jemandem für eine kurze Sekunde Freude bereiten und aber auch mich selbst glücklicher machen. Denn Lächeln hilft – eigentlich immer.
Also: Jeden Tag. Fünf Fremde. Lächeln. Los geht’s. 

Ich muss sagen, der erste Tag war noch komisch. Ich musste mich wirklich überwinden, ganz bewusst Leuten in die Augen zu schauen und sie anzulächeln – geplant ist es doch etwas anderes als sonst, wenn man normalerweise auch darauf achtet, viel zu lächeln. Dadurch waren meine Aktionen sehr kurz und mein Lächeln wirkte für mich selbst zu aufgesetzt. So war der Montag eher enttäuschend, aber die nächsten Tage wollte ich damit noch mehr in Angriff nehmen.

kathi_im_Park_bearbeitet

Mit Erfolg – wenn auch nur im kleinen Maße. Ich war jedenfalls mit mir selber zufrieden, habe deutlich offener und öfter den Augenkontakt gesucht und meine Aufgabe von „5 Smiles a Day“ immer bestanden. Die Reaktionen haben mich allerdings sehr oft frustriert. Zunächst aber: Ich hatte einige schöne kurze Momente mit Fremden. Bei ein paar Leuten habe ich zwar Überraschung in den Augen lesen können, aber auch dass sie sich freuten und offen und  herzlich zurück lächelten. Mein persönliches Highlight war auch, als mich ein älterer Herr zuerst angelächelt hat – was so komplett gegen den Strom der sonstigen Passanten ging.

Denn ich muss ehrlich zugeben: Die Challenge hat mich zwischenzeitlich sehr enttäuscht. Es war schwer, erstmal Augenkontakt aufzunehmen, da die meisten im Alltag auf ihr Handy, den Boden oder bewusst an anderen vorbeischauen. Nicht nur einmal dachte ich auf der Straße bei Entgegenkommenden, dass ich genau ihn/sie anlächeln möchte – um dann festzustellen, dass an mir vorbeigeschaut wird.
Wenn man dann aber doch angeschaut wird, dann wurde das Lächeln sehr oft nicht erwidert oder man hat nur einen verwirrten Blick geerntet.
Damit möchte ich allerdings niemanden angreifen. Ich selber schaue im Alltag wahrscheinlich auch nicht auf andere oder nur auf den Boden bzw. auf mein Handy, da möchte ich mich gar nicht rausnehmen. Jedoch war es erschreckend zu beobachten, wenn man bewusst darauf geachtet hat, mit anderen Passanten in eine kurze Interaktion zu treten. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass dieser kurze Moment des Anlächelns so schnell vergeht, dass man gar nicht so schnell reagieren kann.

Fazit: Dennoch fand ich diese Wochenchallenge echt schön und sie hat sich für die wenigen, aber dafür umso schöneren Momente gelohnt, in denen ich auch ein Lächeln bekommen hab und ich wirklich Freude sehen konnte. Dass man nicht angeschaut, geschweige denn angelächelt wird, ist in einer relativ anonymen Stadt wohl normal. Vielleicht hätte es in einer Kleinstadt deutlich besser funktioniert. Ich nehme für mich selber aber drei Dinge mit:

  1. Ich muss auch im Alltag öfter hochschauen und den Blick vom Handy nehmen – vielleicht werde ich ja auch öfter angelächelt, als ich denke.
  2. Auch weiterhin möchte ich öfter Momente nutzen, um kleine Freuden im Alltag zu verbreiten. Ein Lächeln ist so kurz, kostet nichts und hat manchmal doch eine größere Wirkung als man denkt.
  3. Ich freue mich schon auf die nächste Challenge, denn die wird konkreter und da kann ich hoffentlich auch größere Reaktionen erzeugen, die ich auch direkt mitbekomme.
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3 Kommentare zu „5 Smiles a Day

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